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Artikel der Sächsischen Zeitung  

 

Donnerstag, 24. Mai 2007


Behutsam und mit viel Gefühl für das zwei Wochen alte Dohlenjunge befestigt Frank Urban den Kennungsring am linken Bein des Vogels. Foto: B. Donke

Gelehrige Vögel erhalten ihr Erkennungszeichen
Von Bernhard Donke

Ornithologen beringen derzeit junge Dohlen. So lässt sich später leicht der Geburtsort erkennen.

„Schade: In diesem Jahr scheint es bei den Dohlen mit dem Nachwuchs nicht ganz so zu klappen, wie wir es erhofften“, sagt Werner Klauke vom Naturbund, Fachgruppe Ornithologie Niesky, angesichts mehrerer leerer Brut- und Nistkästen unter dem Dach des Kirchturmes auf dem Nieskyer Zinzendorfplatz. Gemeinsam mit Frank Urban von der Nabu-Fachgruppe Ornithologie Bautzen und dessen Söhne sowie einem Mitarbeiter der Brüdergemeine hatte er sich auf den beschwerlichen Weg nach oben gemacht, um hier mit Bautzener Kollegen den jetzt zwei Wochen alten Dohlen-Nachwuchs zu beringen. Frank Urban, Fachmann auf diesem Gebiet, macht das schon fast 25 Jahre. Behutsam nimmt Sohn Matthias nacheinander die sieben Jungvögel und gibt sie seinem Vater, der den Tieren die Erkennungsringe überstreift. Der Standardkombinationsring macht es zum Beispiel möglich, für jeden Vogel, den man auffindet oder beobachtet, den Geburtsort zu bestimmen. Blau-rot heißt dann: Niesky.

Jeder beringte Jungvogel wird mittels Beringungsnummer registriert, so dass später eine genaue Statistik über den Dohlenbestand angefertigt werden kann. Auf die Frage ob die Ringe die Vögel nicht in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken, antwortet der Vogelberinger „Nein, sie sind aus einem auf die Haut der Tiere abgestimmten Material und sitzen so an den Beinen, dass sie dort nicht zu Verletzungen führen können.“