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Artikel der Sächsischen Zeitung  

 

Samstag, 06. Juni 2008


Thomas Hentzschel arbeitet als Ein-Euro-Jobber bei der Brüdergemeine Niesky. Seine Aufgabe besteht am Donnerstag darin, die neuen Gesangbücher auszupacken und mit einem Eigentumsstempel der Gemeine zu kennzeichnen. Foto: Rolf Ullmann

Am Sonntag ist Premiere für das neue Gesangbuch
Von Rolf Ullmann

Die Brüdergemeine Niesky erfüllt sich jetzt einen lang gehegten Wunsch.

Wenn an diesem Sonntag Pfarrer Peter Vogt das erste Lied während des Gottesdienstes ansagt, greifen die Mitglieder der Brüdergemeine diesmal zu einem neuen Gesangbuch der deutschsprachigen Brüder-Unität. Insgesamt 280 Stück konnte die Nieskyer Brüdergemeine vor wenigen Tagen davon erwerben. Rund 20 Euro kostet jeweils ein Exemplar. „Die finanziellen Mittel für den Ankauf der Gesangbücher konnten wir durch Spenden und Sammlungen in der Gemeine aufbringen. Für diese Spendenbereitschaft sind wir sehr dankbar,“ erklärt Pfarrer Peter Vogt. 1967, also vor über 40 Jahren, erhielten die Nieskyer zum letzten Mal ein neues Gesangbuch.

Ein neunköpfiger Ausschuss der Brüder-Unität arbeitete über zehn Jahre an der Herausgabe des neuen Werkes. Über 10 000 Lieder beziehungsweise Liedstrophen wurden dabei geprüft, verworfen oder eben in das Gesangbuch aufgenommen. Dieses enthält daher nun zur Hälfte neue Lieder und wartet mit einer weiteren wichtigen Neuerung auf. Es ist seit 1727 das erste Gesangbuch der Brüdergemeine mit Noten. „Unser neues Buch zeichnet sich dadurch aus, dass es ökumenisch, mehrsprachig und verständlich ist,“ darauf verweist Pfarrer Peter Vogt ausdrücklich. So finden sich in ihm Texte nicht nur in deutscher Sprache, sondern unter anderem auch auf Schwedisch, Estnisch, Niederländisch und Suaheli.