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Artikel der Sächsischen Zeitung  

 

Samstag, 3. September 2005


 
In der Kirche steht die Spendenbox; im Hintergrund das „Barometer“. 
Spendenbarometer steigt von Tag zu Tag
Von Janine Lehmann

Sanierung. Die Kirche der Brüdergemeine in Niesky erhält zurzeit ein neues Dach.

Seit 1875 steht der Kirchsaal der Brüdergemeine in Niesky nun schon auf dem Zinzendorfplatz, und für viele ist er ein Wahrzeichen der Stadt. Die letzte umfassende Renovierung fand 1981 statt. Doch die Schutzbeschichtung der Betondachsteine von damals ist schon wieder verwittert und hat damit nicht einmal 25 Jahre gehalten. Das damit durch die Steine dringende Wasser macht eine neue Dacheindeckung dringend notwendig. Im Vergleich zu anderen Kirchendächern ist das eine ungewöhnlich kurze Zeit. Wie fast alle Kirchen steht auch dieses Bauwerk unter Denkmalschutz.

Fördermittel erhalten

Die Kirchendacherneuerung wurde in das städtebauliche Sanierungsprogramm der Stadt Niesky aufgenommen. Die Gesamtbaukosten betragen etwa 200 000 Euro. Davon können 66 Prozent über staatliche Fördermittel aufgebracht werden. Der Eigenanteil, den die Brüdergemeine dann noch selbst aufbringen muss, beträgt immerhin 70 000 Euro. Bereits vor zehn Monaten machten Dachdeckerfirmen, die an Reparaturarbeiten beteiligt waren, auf den schlechten Zustand des Daches aufmerksam. Die Bauplanung Niesky fertigte daraufhin ein Modernisierungsgutachten an. Ein Vertrag über die Durchführung der Instandsetzungsmaßnahmen wurde dann im Juni diesen Jahres von den Vertragspartnern unterzeichnet. Bisher wurden die drei Gewerke Gerüstbau, Dachdeckerarbeiten und Blitzschutz öffentlich ausgeschrieben. Die Aufträge wurden bereits Anfang Juni vergeben.

Seit Mitte August steht nun für alle sichtbar das Gerüst. Seit dieser Woche wurde mit den ersten Abrissarbeiten begonnen. Ende November werden die Baumaßnahmen voraussichtlich abgeschlossen sein, aber da es ein relativ großes Dach ist, können immer unvorhergesehene Sachen passieren“, meint Erich Wenzel von der Bauplanung Niesky. „Die einzudeckende Dachfläche beträgt 1 240 Quadratmeter. Sie bekommt eine Biberdeckung, informiert er weiter.

Großzügige Spenden

Auch so steht der Sanierung nicht mehr viel im Weg, denn mit den Spenden läuft es sehr gut, erzählt Pfarrer Peter Vogt. Ende Juni haben wir um die 250 Spendenbriefe an Mitglieder und Freunde der Kirche verschickt und ein gutes Echo zurück bekommen. Auch das Benefizkonzert wurde gut angenommen. Trotzdem werden noch etwa 10 000 Euro benötigt, damit die Gemeinde ohne Minus über die Runden kommt. Bisher wurden schon 16 100 Euro gespendet. Von Tag zu Tag steigt das symbolische Spendenbarometer, das man in der Kirche der Brüdergemeine besichtigen kann. „Wir erhielten viele großzügige Spenden, und eine Menge Leute gaben, was sie konnten, meint der Pfarrer zufrieden. Die Gemeinde nimmt die Sanierung im Großen und Ganzen positiv auf. Der Zugang zum Saal wird auch weiterhin möglich sein. Für uns ist es wichtig, dass wir die Kirche weiterhin benutzen können. Die größte Sorge war für uns die Auffahrrampe für die Behinderten. Diese wird jedoch weiterhin benutzbar sein, erzählt Peter Vogt.

Also noch in diesem Jahr wird sich die Kirche mit einem neuen und sicherlich wunderschönen Dach präsentieren.