Beim Friedensgebet in der Kirche der
Brüdergemeine haben Pfarrer, Politiker, Firmenchefs und
Kinder für Menschenwürde, Toleranz und Gastlichkeit
gebetet.
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Superintendent Dr. Thomas Koppehl beim
Friedensgebet in Niesky. Fotot: A. Schiewe
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Ein Zeichen
setzen. Das wollte der ökumenische Stadtkonvent um
Pfarrer Peter Vogt und Superintendent Dr. Thomas Koppehl
mit dem Friedensgebet gegen Hass, Gewalt und menschenverachtende
Ideologien. Am Montagabend waren über 200 Menschen
aus der Region Niesky in der Kirche der Brüdergemeine
und haben damit Gesicht gezeigt. Wir treten
für eine gastfreundliche Oberlausitz ein, so
Vogt. Das Friedensgebet sei nötig geworden, weil sich
am Quitzdorfer Stausee ein Zentrum des Rechtsradikalismus
entwickle. Gegen Gewalt und Frendenfeindlichkeit setzen
wir heute ein friedliches, aber entschiedenes Nein,
so Vogt. Dass hier Kirchenvertreter, Politiker und Bürger
zahlreich versammelt seien, zeige: Wir sind nicht
allein.
Einer der bewegendsten Augenblicke der
gut einstündigen kirchlichen Aktion gegen die geplante
Großveranstaltung (Pressefest der Deutschen
Stimme) war das Gebet eines kleinen Jungen: Diese
Leute sollen erkennen, dass sie falsch lägen
und umkehren. Für Superintendent Koppehl ist es zudem
ein Recht der Menschen in der Region, dass die Niederschlesische
Oberlausitz nicht mit rechten Ideologien und Gewalt in Verbindung
gebracht wird, die andere Menschen einschüchtert.
Das gehe nicht nur Christen an, das betreffe jeden Bürger.
Auf Grundlage der Menschenrechte gehe man deshalb friedlich,
aber nicht mit einer Demonstration dagegen vor. Ich
hoffe, dass unsere Kinder und Jugendlichen die Kraft haben,
sich nicht von gewalttätigen Ideologien beeinflussen
zu lassen, sagte Koppehl in seinem persönlichen
Gebet.
Anfang Juni hatte der ökumenische
Stadtkonvent zum Friedensgebet aufgerufen. Denn tatenlos,
so der Superintendent, könnten Gewalt, Hass und Menschenverachtung
nicht hingenommen werden. Genau das sei aber so der
Tenor der Veranstaltung das Problem: Die Vergessenen,
die Gescheiterten und Einsamen fänden über Parolen
zur menschenverachtenden Gesinnung. Deshalb müsse man
sich für alle Menschen öffnen, nicht nur auf das
eigene Wohlergehen achten und aktiv werden. Mit der friedlichen
Aktion in Niesky verbinde man deshalb die Hoffnung: Das
Gebet ist nicht das Ende, sondern der Anfang eines friedlichen
Protests.