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Artikel der Sächsischen Zeitung  

 


21. Dezember 2006


 

Friedrich Schleiermacher (1702 - 1777)

Der berühmteste Schüler Nieskys
Von Alexander Müller

Geboren wurde der bekannteste Pennäler Nieskys am 21. November 1768 im nicht weit entfernten Breslau. Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, wie der spätere Theologe und Philosoph mit vollem Namen hieß, war Sohn eines preußischen Militärgeistlichen und reformierten Feldpredigers.

Diese verwandtschaftliche Prägung und einmal mehr die Herrnhuter Brüdergemeine waren es auch, die Schleiermacher nach Niesky brachten. Denn der Wunsch seiner Familie war es, dass Schleiermacher Prediger der Brüdergemeine werden sollte. Deshalb besuchte er nach der Stadtschule in Pleß ab 1783 das Pädagogium in Niesky. Dieses verließ er jedoch 1785 wieder für ein Seminar in Barby, wo es zum Bruch mit den Vorstellungen seiner Familie kam.

Christenliebe durch Niesky

Und obwohl Schleiermacher diese Trennung als eine Befreiung empfand, blieb er der Brüdergemeine innerlich verbunden. Auch wurde ihm in Niesky eine tiefe Christenliebe vermittelt, die er nie verlor.

Schleiermacher ging nach Halle, um an der dortigen Universität Theologie zu studieren. Nach dem Examen, das er 1790 in Berlin ablegte, wurde er Hauslehrer beim Reichsgrafen zu Dohna im westpreußischen Schlobitten.

Während dieser Zeit kam er auch das erste Mal persönlich mit den großen Philosophen dieser Zeit in Berührung. So besuchte er 1791 Immanuel Kant in Königsberg. Nach seiner Ordination wurde Schleiermacher 1794 Predigtgehilfe in Landsberg und 1796 Krankenhausseelsorger an der Charité in Berlin. Hier traf er die Literaten und Frühromantiker Friedrich Schlegel und Henriette Herz und veröffentlichte sein erstes großes Werk, "Über die Religion".

1802 wurde Friedrich Schleiermacher Hofprediger im hinterpommerischen Stolp. Diese Tätigkeit empfand er jedoch als "Exil". Und so kam ihm der Ruf als Professor und Prediger an der Universität Halle gelegen. Durch den Tilsiter Frieden 1807 musste diese aber geschlossen werden und Schleiermacher unterstützte Pläne, nach welchen in Berlin eine Universität mit einem fortschrittlichen Bildungskonzept gegründet werden sollte.

Als Universitätsprofessor und Pfarrer an der Dreifaltigkeitskirche kam er dort in Kontakt mit deutschen Patrioten. Als Dekan der theologischen Fakultät und Mitglied der Akademie der Wissenschaften war er an der Entwicklung preußischer Reformen beteiligt.

Verbot seiner Vorlesungen

Durch die Tätigkeit machte er sich jedoch nicht nur Freunde. Mit dem Vorwurf der Demagogie und auch der Majestätsbeleidigung konfrontiert, musste er zeitweise ein Verbot seiner Vorlesungen hinnehmen.

Schleiermacher starb am 12. Februar 1834 nach langer Krankheit in Berlin. Bis heute zählt er zu den bedeutendsten Theologen und Philosophen der Neuzeit. Niesky ehrte seinen berühmtesten Schüler mit dem Schleiermacher-Gymnasium.