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Friedrich Schleiermacher (1702 - 1777)
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Der berühmteste Schüler
Nieskys
Von Alexander Müller
Geboren wurde der bekannteste
Pennäler Nieskys am 21. November 1768 im nicht weit entfernten
Breslau. Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, wie der spätere
Theologe und Philosoph mit vollem Namen hieß, war Sohn
eines preußischen Militärgeistlichen und reformierten
Feldpredigers.
Diese verwandtschaftliche Prägung
und einmal mehr die Herrnhuter Brüdergemeine waren es
auch, die Schleiermacher nach Niesky brachten. Denn der Wunsch
seiner Familie war es, dass Schleiermacher Prediger der Brüdergemeine
werden sollte. Deshalb besuchte er nach der Stadtschule in
Pleß ab 1783 das Pädagogium in Niesky. Dieses verließ
er jedoch 1785 wieder für ein Seminar in Barby, wo es
zum Bruch mit den Vorstellungen seiner Familie kam.
Christenliebe durch Niesky
Und obwohl Schleiermacher diese Trennung
als eine Befreiung empfand, blieb er der Brüdergemeine
innerlich verbunden. Auch wurde ihm in Niesky eine tiefe Christenliebe
vermittelt, die er nie verlor.
Schleiermacher ging nach Halle, um an
der dortigen Universität Theologie zu studieren. Nach
dem Examen, das er 1790 in Berlin ablegte, wurde er Hauslehrer
beim Reichsgrafen zu Dohna im westpreußischen Schlobitten.
Während dieser Zeit kam er auch das
erste Mal persönlich mit den großen Philosophen
dieser Zeit in Berührung. So besuchte er 1791 Immanuel
Kant in Königsberg. Nach seiner Ordination wurde Schleiermacher
1794 Predigtgehilfe in Landsberg und 1796 Krankenhausseelsorger
an der Charité in Berlin. Hier traf er die Literaten
und Frühromantiker Friedrich Schlegel und Henriette Herz
und veröffentlichte sein erstes großes Werk, "Über
die Religion".
1802 wurde Friedrich Schleiermacher Hofprediger
im hinterpommerischen Stolp. Diese Tätigkeit empfand
er jedoch als "Exil". Und so kam ihm der Ruf als
Professor und Prediger an der Universität Halle gelegen.
Durch den Tilsiter Frieden 1807 musste diese aber geschlossen
werden und Schleiermacher unterstützte Pläne, nach
welchen in Berlin eine Universität mit einem fortschrittlichen
Bildungskonzept gegründet werden sollte.
Als Universitätsprofessor und Pfarrer
an der Dreifaltigkeitskirche kam er dort in Kontakt mit deutschen
Patrioten. Als Dekan der theologischen Fakultät und Mitglied
der Akademie der Wissenschaften war er an der Entwicklung
preußischer Reformen beteiligt.
Verbot seiner Vorlesungen
Durch die Tätigkeit machte er sich
jedoch nicht nur Freunde. Mit dem Vorwurf der Demagogie und
auch der Majestätsbeleidigung konfrontiert, musste er
zeitweise ein Verbot seiner Vorlesungen hinnehmen.
Schleiermacher starb am 12. Februar 1834
nach langer Krankheit in Berlin. Bis heute zählt er zu
den bedeutendsten Theologen und Philosophen der Neuzeit. Niesky
ehrte seinen berühmtesten Schüler mit dem Schleiermacher-Gymnasium.