Dienstag, 25. Nov. 2008

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Der Wartturm befindet sich auf der höchsten
Erhebung von Niesky und ist so hoch wie sein
Umfang: 18 Meter. Pfarrer Peter Vogt schließt
den Turm auf. Auf hölzernen Treppen geht
es nach oben. Allerdings weite Aussicht
glatte Fehlanzeige.Fotos: r.u. |
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Wartturm soll wieder in die Obhut der Stadt
Von Franziska Anders
Ursprünglich sollte der Wartturm in Niesky den Menschen
ein Wegweiser in ihre Heimat sein. Davon zeugen auch noch
die kleinen weißen Schilder oben auf seiner Aussichtsplattform:
Ullersdorf, Jänkendorf, Schneekoppe, Landeskrone oder
Biehain steht darauf.
Ein Wegweiser ist der Wartturm aber schon lange nicht mehr.
Gut getarnt steht er im kleinen Wäldchen hinter dem Nieskyer
Eisstadion und gibt sich Besuchern erst spät zu erkennen.
Selbst als der Aussichtsturm, der er früher war, nütze
er heute nichts mehr, sagt Bürgermeister Wolfgang Rückert.
Mittlerweile sind die Bäume so hoch gewachsen,
dass es keine Aussicht mehr auf die Stadt und ihre Umgebung
gibt.
Bäume bleiben stehen
Wegen der vielen Nadelbäume rund um den Turm, gibts
selbst im Winter kaum freie Sicht. Durch die lichten Baumkronen
sind die ehemaligen Sichtachsen nur noch andeutungsweise zu
erkennen. Die Bäume abholzen will Rückert aber nicht:
Es wäre zu viel Aufwand für wenig Nutzen,
erklärt er. Für ihn zählt der Erholungswert
des Waldes mehr als ein geringer wirtschaftlicher Nutzen,
den der Turm abwerfen würde.
Dem stimmt auch Peter Vogt, Pfarrer der Brüdergemeine
Niesky zu. Ihr obliegt seit Anfang dieses Jahres die Verwaltung
des Turmes und der Waldfläche rundherum. Davor war der
Wartturm lange Zeit von der Stadt Niesky gepachtet. Momentan
wird über eine Fortsetzung des Pachtvertrages verhandelt.
Wir würden es begrüßen, wenn ihn die
Stadt wieder übernimmt, sagt Vogt und spricht von
beiderseitigem Interesse. Die Gespräche über die
Flächenverhältnisse sollen noch dieses Jahr zu Ende
geführt werden. Bis dahin liegt der Schlüssel im
Pfarramt der Brüdergemeine und wird ab und zu an Kindergartengruppen
ausgeliehen.
Wartturm als Denkmal
Aber auch interessierte Besucher sollen die Möglichkeiten
haben, den Turm zu besteigen, schließlich habe er einen
besonderen Charme und Niesky nur wenig Denkmäler. Der
Wartturm ist ein historisches Monument, das zur Geschichte
der Stadt Niesky gehört, sagt Peter Vogt. Er findet
es schade, dass der Turm seinen ursprünglichen Nutzen
verloren hat. Vogt weiß aber auch, dass es in der Region
genug Berge mit Türmen und Bauden gibt, die weit mehr
Anziehungspunkt sind als der Wartturm in Niesky, der nicht
mal eine Aussicht hat.
Turm erhöhen
Für Peter Vogt gibt es zwei Optionen: Bäume ab
oder Turm erhöhen. Letzteres wäre dem Pfarrer der
Brüdergemeine lieber, wenn er denn das Geld dafür
hätte. Hat er aber nicht. Also wachsen die Bäume
weiter, auch wenn sich Stadt und Brüderunität geeinigt
haben sollten, wie der Turm in Zukunft sinnvoll genutzt werden
kann.
Ihre Ideen sind gefragt: Vorschläge und Gedanken, wie
der Turm in Zukunft weiter genutzt werden kann, können
in der SZ Redaktion am Zinzendorfplatz18 in Niesky abgegeben
werden. Die besten Einsendungen werden dann an die Stadt Niesky
weitergegeben.